Ulriksholm

Die Geliebte von Däne-
marks König Friedrich V. kam zum Entbinden nach
Ulriksholm
 

Das Schloss wurde nach einem der unehelichen Söhne von Christian IV. benannt. Und 100 Jahre später wurde die Dauermätresse eines anderen Königs zum Gebären hierher gebracht. 

Gegenüber von Schloss Ulriksholm liegt die Gemeindekirche Kølstrup Kirke. Hier tauft der Pfarrer am 21. Juli 1749 ein kleines Mädchen auf den Namen Anna Maria Hansen. Im Kirchenbuch vermerkt der Pfarrer Einzelheiten zum Taufkind. So notiert er zur Person des Vaters: Frederik Hansen, Schiffsschreiber aus Gottenborg – auf Langfahrt in China.   

Doch das ist eine Lüge. Der Vater des kleinen Mädchens ist nicht auf See. Er sitzt auf Christiansborg in Kopenhagen und ist Dänemarks König Friedrich V.  

Die schwangere Mätresse des Königs wurde vor dem Hof versteckt 

Mindestens fünf Jahre lang ist die Mutter der kleinen Anna Maria – Madame Hansen – die Geliebte des Königs. In dieser Zeit gebärt sie ihm fünf Kinder.  

Um Klatsch und Tratsch am Hof weitestgehend zu unterbinden, wird Madame Hansen daher stets bei den ersten Anzeichen eines gewölbten Bauchs nach Schloss Ulriksholm geschickt.  

Der König bekommt mit Madame Hansen vier Mädchen und einen Jungen, wobei der kleine Sohn nur ein Jahr lebt. Die Beziehung der beiden endet vermutlich kurze Zeit später, und Madame Hansen lässt sich auf dem Kejrup-Hof in Nähe von Ulriksholm nieder. 

Die vier Töchter werden mit Männern der Oberschicht verheiratet und erhalten vom Staat stattliche Geldsummen als Mitgift. Selbst 1862 noch zahlt die Staatskasse jedes Jahr 400 dänische Reichstaler an Annette Ferhmann, ein Enkelkind von Friedrich V. und Madame Hansen. 

Das Schloss war ein Geschenk an den unehelichen Sohn von Christian IV. 

Allerdings verblassen diese Geldbeträge erheblich, wenn man Schloss Ulriksholm betrachtet. Das Anwesen war nämlich ein Geschenk von Christian IV. an seinen unehelichen Sohn Ulrik Christian Gyldenløve, den er mit seiner letzten Geliebten und Lebensgefährtin Vibeke Kruse bekam.  

1645 verehrte der König dem damals 15jährigen Ulrik das Gut auf Ostfyn. Noch vor der Geschenkübergabe ließ der König hier ein wunderschönes neues Hauptgebäude errichten und benannte das Anwesen nach seinem Sohn: Ulriksholm. 

Alle unehelichen Kinder von Christian IV. erhielten den Nachnamen Gyldenløve. Ulrik Christian Gyldenløve starb bereits mit 28 Jahren. Seine einige Jahre vor ihm verstorbene Mutter ließ Ulrik in der Kølstrup Kirke beisetzen, jener Kirche, in der 100 Jahre später eine neue, eher zurückgezogene Generation unehelicher Königskinder getauft wurde.  

Gesammelt und verfasst von Linda Corfitz